Kinder- und Jugendpsychiater warnen vor medienbezogenen Störungen

Der Gebrauch digitaler Medien ist aus dem Leben, auch von Kindern und Jugendlichen, nicht mehr wegzudenken. Sie bieten durch den Zugang zu Informationen und die Möglichkeit des breiten sozialen Austauschs Chancen. Gleichzeitig bergen sie aber auch Risiken in Bezug auf einen übermäßigen Gebrauch oder die Entstehung einer Sucht.

Bei etwa drei bis fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gehen digitale Medien mit einem pathologischen Nutzungsverhalten einher, heißt es in dem Positions­papier.

Für die Diagnose sei nicht die aufgewandte Zeit für den Mediengebrauch entschei­dend, sondern dessen gedankliche Vereinnahmung, Reizbarkeit bei Nichtnutzung, Toleranzent­wicklung, Kontrollverlust oder der Verlust an schulischen und sozialen Interessen.

 

Empfehlungen für Eltern von den Kinder- und Jugendpsychiatern

  • Bis zum Schulbeginn sollen Kinder nur analog und nicht mit Hilfe digitaler Medien lernen und spielen.
  • Vor Besuch der 5. Klasse sollten Kinder kein eigenes Smartphone besitzen. Danach sollte die Nutzung unter elterlicher Steuerung, Aufsicht und Medienkompetenzvermittlung erfolgen.
    • Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren sollten digitale Medien maximal 45 Minuten am Tag nutzen; Kinder von 11 bis 13 Jahren maximal eine Stunde; Jugendliche ab 14 Jahren maximal 1,5 Stunden am Tag
    • Ein PC im eigenen Zimmer ist frühestens ab 12 Jahren sinnvoll, Regeln müssen vereinbart und kontrolliert werden.
    • Kein Internetzugang für Kinder unter 8 Jahren, danach nur für Kinder geeignete Seiten unter Aufsicht beziehungsweise ab 12 Jahren auch alleine
  • Chatten nicht unter 8 Jahren, danach nicht ohne Kontrolle und nur für Kinder geeignete Angebote, ab 11 Jahren Regeln vereinbaren und kontrollieren

 

Quelle: Ärzteblatt.de