Neue miniKIM Studie veröffentlicht

Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest hat die dritte miniKIM Studie veröffentlicht. Diese enthält Daten zur Mediennutzung von zwei bis fünfjährigen Kindern. Für die Studie wurden 600 Haupterzieher*innen befragt.

Anhand der erhobenen Daten konnten folgende Erkenntnisse gewonnen werden:

Das Angebot an Medien hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert und dies betrifft auch die kleinsten Mediennutzer. Vor allem alternative Möglichkeiten zum linearen Fernsehen sind populär geworden und die zeitsouveräne Nutzung von Streamingdiensten und Online-Videos hat auch im Medienalltag von Kleinkindern einen hohen Stellenwert. Im Schnitt verbringen zwei- bis fünfjährige Kinder aktuell bereits genau so viel Zeit mit Streamingdiensten wie mit dem klassischen Fernsehen.

Nach Angaben der stellvertretend für die Kinder befragten Haupterzieher*innen ist die Beschäftigung mit Büchern die häufigste mediale Freizeitbeschäftigung der Kinder, 70 Prozent sehen sich täglich ein Buch an, 36 Minuten werden im Durchschnitt täglich für die Beschäftigung mit Büchern verwendet. Das lineare Fernsehen verliert bei den Zwei- bis Fünfjährigen dagegen an Bedeutung. Die Kinder sehen durchschnittlich 21 Minuten pro Tag fern, mit 45 Prozent sieht knapp die Hälfte der Kinder zumindest einmal die Woche fern. 46 Prozent
schauen sich bereits Sendungen über kostenpflichtige Streamingdienste wie bspw. Netflix an, 38 Prozent über kostenfreie Videoportale wie YouTube. Knapp ein Drittel der Kinder sieht mindestens wöchentlich Sendungen in Mediatheken, über Webseiten oder Apps der Sender. Auch die Lieblingssendungen der Kinder - auf Patz eins befindet sich hier "Paw Patrol" gefolgt von "Peppa Pig/Wutz" - werden von den Kleinen vorrangig über Mediatheken, Apps, Streaming-Dienste oder auf YouTube etc. angeschaut.

Das Thema "Computer und Internet" wird von vielen Eltern mit gemischten Gefühlen gesehen: So sind je neun von zehn Haupterzieher*innen der Meinung, das Internet sei für Kinder gefährlich und dass Kinder nur im Netz unterwegs sein sollten, wenn auf dem PC ein spezielles Filterprogramm installiert ist. Es wird allerdings auch das Potential, Neues zu lernen zugeschrieben (76 %). Zwei Drittel der Befragten befürworten die Möglichkeit des spielerischen Lernens mit dem Tablet, 55 Prozent finden dieses Gerät geeignet, um Kinder früh an den Umgang mit Medien zu gewöhnen.

Laut den Ergebnissen gibt es in praktisch allen Familien mit zwei- bis fünfjährigen Kindern Zugang zum Internet, (mindestens) ein Handy/Smartphone sowie ein Fernsehgerät. Neun von zehn Haushalten verfügen über einen Laptop/PC, in je drei Viertel der Haushalte befindet sich ein Tablet sowie ein Streaming- Abonnement. Umso wichtiger sind Filtersoftware- und Schutzprogramme, die auf den genutzten Geräten und Betriebssystemen installiert, einen zusätzlichen Schutz ermöglichen sowie medienerzieherische Maßnahmen unterstützen. Doch obwohl es eine Reihe von technischen Möglichkeiten gibt, kennen 44 Prozent der Haupterzieher*innen keine Filterprogramme und über ein Viertel weiß nicht, wo man sich zu diesem Thema informieren kann.

 

Quelle: Pressemitteilung mpfs