Präsidentin der Kultusmister*innenkonferenz im Gespräch zum DigitalPakt

Um auch in Zukunft gut ausgestattete Schulen zu haben, muss der DigitalPakt fortgeführt werden, sagt Britta Ernst. Im Interview spricht die Präsidentin der Kultusministerkonferenz auch darüber, dass ihr die Lerndefizite Sorge bereiten, die bei Schülerinnen und Schülern während der Pandemie entstandenen sind.

Die Kolleg*innen hatten Frau Britta Ernst, Prädsidentin der Kultusminister*innenkonferenz im Interview.

Einen Auszug können Sie hier lesen, das kompeltte Interview auchals Video finden sie kostenfrei unter Bildungsklick.de

 

Frau Ernst, Sie haben als Präsidentin der Kultusministerkonferenz das Schwerpunktthema “Lehren und Lernen - guter Unterricht in Zeiten der digitalen Transformation” gewählt. Wie sieht das digitale Bildungsideal aus in das transformiert werden soll?
Der wichtigste Punkt wäre aus meiner Sicht, dass wir uns wieder stärker auf die Unterrichtsqualität konzentrieren. Dafür benötigen die Schulen eine moderne, zeitgemäße Ausstattung und alle müssen geübt und gewohnt sein, damit zu arbeiten. Die Phase des eigenverantwortlichen Lernens von Schülerinnen und Schülern sollte ausgebaut werden. 
 
Aber wie kommt es, dass wir gut 30 Jahre nach der Entwicklung des World Wide Webs noch immer von einem digitalen Transformationsprozess sprechen?
Wir haben in den letzten Monaten bitter gelernt, dass wir früher mit der Digitalisierung der Schulen hätten beginnen und auch mehr Kraft hätten investieren müssen. Aber es lohnt nicht zurückzuschauen. Die Frage ist auch, ob und wann ein digitaler Transformationsprozess als abgeschlossen betrachtet werden kann. In fünf oder zehn Jahren wird eine andere technische Entwicklung eine Rolle spielen, die das Bildungssystem dann hoffentlich rechtzeitig und gut aufgreift. 
 
Wenn wir von einem kontinuierlichen Innovationsprozess auch im Bildungsbereich ausgehen, wie beurteilen sie den aktuellen Status quo bei der digitalen Bildung?
Wir sind in den Ausstattungsfragen nicht so weit, wie wir uns das gewünscht hätten. Dadurch haben die Lehrkräfte auch nicht die Rahmenbedingungen vorgefunden, um die Technik zu nutzen. Wir waren auch nicht darauf eingestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler Endgeräte brauchen. Das haben wir allerdings durch die Ergänzung des DigitalPaktes des Bundes verändert. Zugleich haben wir in den letzten Monaten einen unheimlichen Innovationsschub durch die Lehrkräfte beobachten können. Was die Qualifikation des Personals angeht, haben wir einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht.